Interdisziplinäre Vortragsreihe Heidelberg


Aktueller Vortrag:


Do, 29. Juni 2017

19:00 Uhr; Hörsaal 1, Neue Universität Heidelberg

Wolfgang Grenz

(Generalsekretär von Amnesty International Deutschland 2011-2013; Vorsitzender des Aufsichtsrats der UNO-Flüchtlingshilfe, Berlin):

Wendepunkte in der Flüchtlingspolitik.

Europa schließt die Grenzen

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Die Aufnahme von Zehntausenden in Ungarn gestrandeten Flüchtlingen aus Syrien im Herbst 2015 ist von großen Teilen der Bevölkerung begrüßt worden. Viele haben ehrenamtlich Flüchtlingen nach ihrer Ankunft in Deutschland geholfen. Zugleich ist die Aufnahme der Flüchtlinge aber in anderen Teilen der Bevölkerung, in der Regierungskoalition und in einigen Medien auf heftige Kritik gestoßen. Die Aufnahme einer solch großen Zahl von Flüchtlingen würde Deutschland überfordern. Zwar hat die Bundeskanzlerin an ihrem Ausspruch „Wir schaffen das“ festgehalten, dennoch stellt
die Aufnahme von Flüchtlingen in großer Zahl im Herbst und Winter 2015 zugleich auch einen Wendepunkt in der deutschen und europäischen Flüchtlingspolitik dar. In Deutschland wurden mehrere Gesetze beschlossen, die die bis zum Sommer 2015 erreichten Verbesserungen für Flüchtlinge wieder zurückgenommen haben. Die Schließung der „Balkanroute“ und die Vereinbarung der EU mit der Türkei haben dafür gesorgt, dass viele Flüchtlinge daran gehindert werden, in Europa Schutz zu suchen und zu finden. Die Bundesregierung und die EU-Kommission arbeiten an weiteren Plänen, Flüchtlingen den Zugang nach Europa zu verwehren.


Wolfgang Grenz wird einen Überblick über die Grundlagen des internationalen Flüchtlingsrechts geben und darstellen, inwieweit die erfolgten und geplanten Maßnahmen in Einklang mit dem internationalen Flüchtlingsrecht stehen.



Weitere Vorträge im Semester:


Di, 4. Juli 2017

19:00 Uhr; Hörsaal 15, Neue Universität Heidelberg

Hanna Strehlau

(Geschichte, Heidelberg):

Der Kościuszko-Aufstand und die Dritte Teilung Polen-Litauens (1794-1795).

Krise und Zäsur in der Geschichte Ostmitteleuropas



Di, 11. Juli 2017

19:00 Uhr; Hörsaal 15, Neue Universität Heidelberg

Marco Wagner

(Historisches Institut Mannheim):

Die Migration aus und nach Deutschland in der Frühen Neuzeit



Do, 13. Juli 2017

19:00 Uhr; Hörsaal 14, Neue Universität Heidelberg

Matthias Schärr

(Pfarrer und Mitglied des Vorstandes der Evang. Stadtmission Heidelberg e.V.):

Zwischen Ökonomie und christlicher Nächstenliebe.

Die Evang. Stadtmission Heidelberg, ein diakonisches Unternehmen mit über 1400 Mitarbeitern

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Seit über 150 Jahren gibt es die Evangelische Stadtmission in Heidelberg. Am Anfang war es das bürgerschaftliche Engagement von Kaufleuten, aber auch von Menschen aus der Kirche und der Universität, die motiviert durch ihren christlichen Glauben einen „Verein für christliche und wohltätige Zwecke“ gründeten, der sich von Anfang an „Stadtmission“ nannte. Inspiriert durch die Idee der „Inneren Mission“, die Johann Hinrich Wichern auf Vortragsreisen Mitte des 19. Jahrhunderts propagierte, gründeten sie Werke und Einrichtungen, die die Keim-zelle eines bis heute existierenden diakonischen Unternehmens bildeten. Heute arbeiten mehr als 1400 Mitarbeitende in zwanzig verschiedenen Einrichtungen bei der Evang. Stadtmission. Sie betreibt unter anderem Krankenhäuser, Pflegeheime, Einrichtungen für wohnungslose und suchtkranke Menschen.


Die Entwicklung von einer bürgerschaftlichen und christ-lichen Initiative aus dem 19. Jahrhundert, hin zu einem Unternehmen, das seitdem immer weiter gewachsen ist und sich auf dem Markt der sozialen Anbieter bewähren muss, ist spannend zu beobachten. Der Kostendruck im sozialen Bereich, die Entwicklungen in einer zunehmend säkulareren, multikulturellen und multireligiösen Gesellschaft verändern die Bedingungen.

 

In den Ausführungen soll die Frage beleuchtet werden,  wie sich diese Entwicklungen

auf das diakonische Profil,  die Erwartungen und Wahrnehmungen der Menschen in der Stadt, der Patienten, Klienten und Bewohner, wie auch auf die Motivationen der Mitarbeitenden auswirkt.



Di, 20. Juli 2017

19:00 Uhr; Hörsaal 14, Neue Universität Heidelberg

Prof. Dr. Elke Ukena-Best

(Germanistisches Seminar Heidelberg):

Luthers Verdiktüber die geistlichen Spiele des Mittelalters und die Wende zum frühneuzeitlichen Reformationsdrama

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Als ‚affenspiel‘ brandmarkte Martin Luther in einer Fastenpostille aus dem Jahre 1525 das im Laufe des 15. Jahrhunderts zum städtischen Großereignis expandierte, oft mehrtägig aufgeführte geistliche Spiel. Besonders kritisierte er das Passionsspiel, das mit der drastischen Darstellung des Leidens und Sterbens Jesu den Zuschauern eine verzerrte, profanisierende Vergegenwärtigung des Heilsgeschehens vermittelte.

Gleichwohl befürwortete er im Interesse der Verbreitung reformatorischer Glaubenslehre die Dramatisierung biblischer Stoffe und ihre öffentliche Darbietung. Anhand ausgewählter Beispiele wird der Vortrag auf die grundlegenden Unterschiede der beiden Formen religiöser Dramatik, aber auch auf Gemeinsamkeiten der theatralen Realisierung eingehen, die sich vor allem in den beiderseits angewandten performativen Strategien einer wirkungsvollen Publikumslenkung dokumentieren.



Do, 27. Juli 2017

19:00 Uhr; Hörsaal 14, Neue Universität Heidelberg

Prof. Dr. Beat Müller

(1. Oberarzt, Sektionsleiter Minimal Invasive und Adipositaschirurgie,
Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie,
Universitätsklinikum Heidelberg):

Die Chirurgie des Diabetes mellitus Typ 2

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Diabetes mellitus Typ 2, oder „Altersdiabetes“, ist eine der am stärksten zunehmenden Krankheiten weltweit und wird auch als „Epidemie des 21. Jahrhunderts“ bezeichnet. In Deutschland sind ca. 9% der Bevölkerung und somit über 7 Millionen Menschen betroffen. Der Typ 2 Diabetes führt zu vielen weiteren Erkrankungen, vor allem des Herz-Kreislauf-Systems, der Nieren und der Augen. Durch atherosklerotische Gefäß-veränderungen ist der Diabetes für einen großen Teil der Hirnschläge, Herzinfarkte
und Amputationen verantwortlich. Die Diabetes-bedingte Nierenschädigung ist der häufigste Grund für eine Nierenersatz-Therapie (Blutwäsche oder Dialyse) während
die Diabetes-bedingte Schädigung des Augenhintergrundes (Retinopathie) eine der führenden Ursachen für Blindheit ist.

Trotz der Häufigkeit der Erkrankung ist die Ursache des Typ 2 Diabetes nicht geklärt. Die Behandlung fokussiert nach wie vor auf die Kontrolle des Blutzuckers, obwohl mit der aktuellen medikamentösen Therapie und der empfohlenen Lebensstil-Veränderungen die schweren Folgeschäden (Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Dialyse, Blindheit) nur minimal beeinflusst werden können. Operationen zur Behandlung des Diabetes, sogenannte „Diabeteschirurgie“, bieten einen neuen und möglicherweise  effektiveren Therapieansatz, der insbesondere auch die Folgeschäden des Diabetes vermeiden und behandeln hilft. Das Ziel dieses Vortrages ist es, die „Diabeteschirurgie“ als neue Therapieoption des Diabetes mellitus Typ 2 vorzustellen und zu bewerten.



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Sammelband der Interdisziplinären Vortragsreihe Heidelberg

 

Liebe Besucher,

 

wir freuen uns mitteilen zu können, dass der Sammelband Grenzüberschreitungen und Wendepunkte“ mit Beiträgen aus der Interdisziplinären Vortragsreihe Heidelberg erschienen und ab sofort im Buchhandel erhältlich ist.

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Inhalt

Matthias Dall’Asta: Scholastiker, Schafsköpfe und Schurken. Grenzwertige Satire und grenzenlose Polemik im Judenbücherstreit (1511–1521)

Marco Wagner: Grenzen und Wenden im frühneuzeitlichen Schulwesen der Kurpfalz

Mechthild Fischer: Kulturtransfer über Grenzen hinweg. Die Kurpfalz und Frankreichim 18. Jahrhundert

Manuel Wacker: An der Grenze zum Verheißenen Land. Die biblische Metaphorisierung Amerikas in deutschsprachigen Auswanderergedichten des 18. und 19. Jahrhunderts

Christian Schwarzer: „Wenn einem die Natur kommt“. Schuld, die Entgrenzung der Moral und die Eingrenzung des Individuums in Georg Büchners Woyzeck

Burckhard Dücker: Von Grenzen und ihren Überschreitungen. Moderne und Modern-isierungsprozesse im kulturellen Feld um 1900 mit einem Ausblick auf die Jahre 1945–1950

Claudia Falk: Literarische Grenzüberschreitungen im englischen Roman des Modern-ismus. Virginia Woolfs Mrs Dalloway

Anton Friedrich Koch: Reflexionen über das Böse. Der Holocaust als Grenzüber-schreitung und Wendepunkt in der deutschen Geschichte

Peter König: Grenzen der Technik, Grenzen des Menschen. Zu einigen aktuellen Überlegungen von Martin Heidegger und Hannah Arendt

Philipp Gassert: Die Welt für die Demokratie sicher machen? Vier Wendepunkte der internationalen Beziehungen der USA

Ladislaus Ludescher: Von der Sowjetunion zur „Middle East“-Region. Zu den geograf-ischen Referenzen auf die Gebiete außerhalb der Grenzen der USA in den State of the Union Addresses der amerikanischen Präsidenten Jimmy Carter bis Barack Obama

Matthias Attig: Traum und Hoffnung als Kategorien der ästhetischen Entgrenzung bei Patrick Modiano

Monika Pleyer: „Potter stinkt!“. Grenzüberschreitungen und sprachliche Unhöflichkeit in Prozessen der Identitätskonstruktion in J. K. Rowlings Harry Potter-Romanen.

Michael Pleyer: Wie fliegende Schweine in den Kopf kommen und die Grenzen des Möglichen überschreiten. Die kognitiven Grundlagen von Bedeutung in Sprache, Denken und Interaktion

 

344 Seiten – ISBN: 9783631707074 – Peter Lang 64,95 €



Vortrag auf Deutschlandradio Wissen

 

Liebe Besucher,

 

wir freuen uns mitteilen zu können, dass der im Sommersemester von PD Dr. Friederike Reents (Germanistisches Seminar Heidelberg) gehaltene Vortrag „,Stimmung, oder wie immer man das nennen will‘ (Wolfgang Herrndorf). Über Möglichkeiten und Grenzen eines ästhetischen Begriffs“ am 22. Januar 2017 in der Sendung „Hörsaal“ von Deutschlandradio Wissen ausgestrahlt wurde und auch als Podcast verfügbar ist.



Vortrag auf Deutschlandradio Wissen

 

Liebe Besucher,

 

wir freuen uns mitteilen zu können, dass der im Sommersemester von Prof. Dr. Peter König (Philosophisches Seminar Heidelberg) gehaltene Vortrag „Technik – diesseits und jenseits der Menschen“ am 22. Oktober 2016 um 18:00 Uhr in der Sendung „Hörsaal“ von Deutschlandradio Wissen ausgestrahlt wurde und nun auch als Podcast verfügbar ist.



Vortrag auf Deutschlandradio Wissen

 

Liebe Besucher,

 

wir freuen uns, dass der im Sommersemester von Dr. Petra Schling (Biochemiezentrum Heidelberg) gehaltene Vortrag „Molekulare Grundlagen des Glücks. Macht Schokolade wirklich glücklich?“ am 27. August 2016 um 18:00 Uhr in der Sendung „Hörsaal“ von Deutschlandradio Wissen ausgestrahlt wurde und auch als Podcast verfügbar ist.



Vortrag auf Deutschlandradio Wissen

 

Liebe Besucher,

 

wir freuen uns, dass der im Sommersemester von Dennis Hebbelmann (Psychologie, Heidelberg) gehaltene Vortrag „Ausgrenzung beginnt im Kopf. Die Psychologie der Vorurteile gegenüber Flüchtlingenam 30. Juli 2016 um 18:00 Uhr in der Sendung „Hörsaal“ von Deutschlandradio Wissen ausgestrahlt wurde und nun auch als Podcast verfügbar ist.



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Artikel in der Rhein-Neckar-Zeitung. Nr. 292. 17. Dezember 2015, S. 3.



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Artikel in der Rhein-Neckar-Zeitung. Nr. 271. 23. November 2015, S. 6.



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Artikel in der Heidelberger Studentenzeitung "Ruprecht". Nr. 155. Mai 2015, S. 13.