Archiv WS 2016/17

In diesem Archiv erhalten Sie Informationen zu bereits gehaltenen Vorträgen im WS 2016/17 und können diese in digitalisierter Form nachhören oder herunterladen.


Vorträge im Wintersemester 2016/17


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Do, 2. Februar 2017

Dr. Tobias Dangel

(Philosophisches Seminar Heidelberg):

Menschliche Freiheit und Transzendenz bei Plotin

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Plotin (205-270 n. Chr.) ist der bedeutendste Philosoph des spätantiken Neuplatonismus. In seinen Schriften, die uns vollständig überliefert sind, begegnet uns ein Denken, dessen synthetische Kraft nur von G.W.F. Hegel wieder erreicht worden ist. Im Vortrag wird es um Plotins Auseinandersetzung mit der menschlichen Freiheit in Enneade VI 8 gehen, die den radikalsten Freiheitsgedanken innerhalb der Antiken Philosophie entwirft. Dabei zeigt sich, dass Plotin die menschliche Freiheit zunächst zwar als die Freiheit des denkenden Bei-sich-selbst-Seins des Geistes begreift.

Dieses Bei-sich-selbst-Sein vermag sich aber nur durch seinen Bezug auf die absolute Transzendenz des vielheitslosen Einen zu begründen, das zugleich der Gegenstand von Plotins negativer Theologie ist. Die höchste Vollendung menschlicher Freiheit besteht für Plotin darum nicht in der positiven Autonomie des Geistes, sondern in dessen negativen ekstatischen Selbstüberstieg, der sich als Einswerdung mit dem Absoluten vollzieht.



Do, 26. Januar 2017

Nora Gomringer

(Direktorin des Internationalen Künstlerhauses Villa Concordia, Bamberg und Ingeborg-Bachmann-Preisträgerin 2015):

Persönliche literarische Grenzüberschreitungen und Wendepunkte

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Erst war da das abendliche Vorlesen durch die Mutter, auch das Hantieren mit Stempeln und Farben am Schreibtisch des Vater-Dichters, das Tippen auf der Olympia. Dann kamen Heinrich Heine, der Holocaust, Birger Selins Texte, der liebe Gott und die Beastie Boys. Der Bachmann-Preis kam 2015, aber die Lyrik bleibt. Ich erzähle Ihnen warum.

Nora Gomringer (Jahrgang 1980) ist Schweizerin und Deutsche, schreibt Lyrik und für Radio und Feuilleton. Sie arbeitet als Sprecherin für den Rundfunk und produziert Poesiefilme mit Judith Kinitz u.a. Sie dreht für 3sat „Kulturzeit“ den „Lyrischen Zwischenruf“. Seit 2000 hat sie sieben Lyrikbände und zwei Essay-Sammlung bei Voland & Quist veröffentlicht, dazu auch verschiedene Werke beim Gesunden Menschen-versand in Luzern. 2018 erscheint der dritte Band der „Trilogie der Oberfläche“: nach „Monster Poems“ und „Morbus“ dann „Mode“. Ihre Texte sind in zahlreichen Antho-logien vertreten und in viele Sprachen übersetzt. Sie rezitiert, schreibt und liest preis-gekrönt vor. Zuletzt wurden ihr der Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache (2011), der Joachim-Ringelnatz-Preis (2012) und der Ingeborg-Bachmann-Preis (2015) zugesprochen.

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Nora Gomringer Persönliche literarische
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Do, 19. Januar 2017

Mechthild Fischer

(Historisches Institut Mannheim):

Deutsch-französischer Kulturtransfer über Grenzen hinweg? 

Mannheim, die Kurpfalz und der Austausch mit Frankreich im 18. Jahrhundert

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Die Kurpfalz und Frankreich: Das ist die Geschichte einer ambivalenten Nachbarschaft, in der auf Zeiten kriegerischer Auseinandersetzungen Phasen fruchtbaren Austausches folgten. Auch die spätere Residenzstadt der Kurpfalz, Mannheim, war seit ihrer Gründung (1606) eng mit Frankreich verbunden. Insbesondere unter Kurfürst Karl Theodor (Regierungszeit 1742-1799), der Kunst, Kultur und Wissenschaften förderte, war diese Verbindung besonders eng, so dass ein guter Teil ebendieser Kunst und Kultur französische Vorbilder hatte bzw. französisch geprägt war, wie überhaupt Frankreich im 18. Jahrhundert in ganz Europa als stilprägende, vorbildhafte Nation wahrgenommen wurde.

Aber auch wenn sowohl die französische Kultur des 18. Jahrhunderts als auch Mann- heims damalige Geschichte bereits gut dokumentiert sind, wurde der kulturelle Transferprozess noch nicht in seinem konkreten Ablauf untersucht,  der zudem von Ort zu Ort ganz unterschiedlich verlaufen konnte.

 

Im Vortrag werden einige Kontaktpunkte zwischen Mannheim und Frankreich vorgestellt werden: Beispielsweise der kurpfälzische Hof und damit verbundene Einrichtungen wie z.B. das Theater, die Hofmusik oder auch die Kurpfälzische Akademie der Wissen-schaften. Besonders großen Anteil an einem französisch-deutschen Kulturtransfer hatten aber auch die Mannheimer Buchhändler und -drucker; einige von ihnen waren ganz nach Frankreich aus-gerichtet wie z.B. die Librairie Fontaine, wohingegen andere Mannheimer Buchhändler eher versuchten, das dominante Französisch zurückzu-drängen, um die deutsche Sprache zu fördern. Überhaupt soll auch gefragt werden, wie sich die Dynamik des Kulturaustausches mit dem Nachbarland vor allem im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts änderte und ob ein Kulturtransfer von der Kurpfalz nach Frankreich stattgefunden hat.

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Mechthild Fischer Deutsch-französischer
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Do, 12. Januar 2017

Manuel Wacker

(Germanistik, Heidelberg):

An der Grenze zum Verheißenen Land. 

Die biblische Metaphorisierung Amerikas in deutschsprachigen Auswanderergedichten des 18. und 19. Jahrhunderts

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„Der Freiheit Paradiesen“ nennt Nikolaus Lenau in einem Gedicht die Neue Welt. Wie er, brachen im 18. und 19. Jahrhundert unzählige Deutsche auf, um in Amerika ein neues, besseres Leben zu finden. Dabei stützten sich ihre Vorstellungen bezüglich des Vierten Kontinents unter anderem auf über-trieben abenteuerliche Reiseberichte, aber auch auf deutschsprachige Lyrik, die von „heiligen Räumen“ und einem „hochgepriesenen Land“ schwärmte. 

 

So wurde beispielsweise die amerikanische Natur zu einer Oase der Reinheit und Unberührtheit verklärt, die es ermöglichte, dem Schöpfer besonders nah zu sein. Die Menschen jenseits des Atlantischen Ozeans, „unbeschwert vom Staube der Kultur“, verkörperten die Tugenden und Ideale junger deutscher Schriftsteller. Amerika wurde zur Projektionsfläche europäischer Hoffnungen und Träume, es wurde zum Verheißenen Land, zu einem „neuen Kanaan“. 

 

Auf vergleichbare Weise bedienen sich Auswanderergedichte wie das von Lenau biblischen Vokabulars, um ein paradiesisches Bild der Neuen Welt zu zeichnen und sie in einen religiösen Kontext einzubetten. Amerika und die europäischen Siedler werden dabei mit der biblischen Geschichte Israels verglichen. Der Vortrag analysiert einige solcher Gedichte, indem er ihren biblischen Gehalt herausarbeitet, um zu ergründen, welche Hoffnungen und Vorstellungen die zeitgenössischen Autoren und Siedler mit Amerika verbanden. 

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Manuel Wacker An der Grenze zum Verheiße
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Manuel Wacker An der Grenze zum Verheiße
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Do, 22. Dezember 2016

Prof. Dr. Dr. h.c. Peter Nawroth

(Direktor Innere Medizin und klinische Chemie Heidelberg):

Gebt der Medizin ihren Sinn zurück!

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