Archiv WS 2015/16

In diesem Archiv erhalten Sie Informationen zu bereits gehaltenen Vorträgen im WS 2015/16 und können diese in digitalisierter Form nachhören oder herunterladen.


Vorträge im Wintersemester 2015/16


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Do., 4. Februar 2016

Dr. Matthias Attig

(Germanistik; matthias.attig@gs.uni-heidelberg.de):

Traum und Hoffnung bei Patrick Modiano

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Die Romane des 1945 geborenen Patrick Modiano bestechen durch ihre stille Schönheit, durch Musikalität und Stimmungskunst; gleichwohl grundiert sie Resignation wie ein basso continuo, und hat es den Anschein, als sei über ihre vielfältigen Nuancen so etwas wie ein Grauschleier gebreitet.

 

Dass Modiano 2014 mit dem Literaturnobelpreis bedacht wurde, hat den Referenten wie vielleicht auch manch anderen Bewunderer des großen französischen Schriftstellers ebenso beglückt wie erstaunt, da die Quali-täten, die auf diese Weise nobilitiert wurden, in der lärmenden Gegenwart gemeinhin nicht sonderlich gut angeschrieben sind und auch der Literatur-betrieb eher das Grelle, Outrierte, die demonstrative Geste als das halb oder gar nicht Ausgesprochene goutiert.

 

Der »Robert« bezeichnet Modianos Œuvre als »meditation sensible à propos du passé, de la mémoire et du mal«, doch gibt es auch subtil orchestrierten Traumsequenzen und Wunschphantasien Raum, in denen Mögliches und Unmögliches ineinander spielen und die letztlich unerfül-lbaren Sehnsüchte von Modianos einsamen Protagonisten poetisch ab-gegolten werden. Sie verleihen der Hoffnung des vielfach Enttäuschten Ausdruck, in der die Trauer um Verlorenes mit dem unstillbaren Wunsch nach nie Besessenem zusammenklingt: Dem dunklen Grund der Wirklich-keit ist der schimmernde Reflex einer oftmals haltlosen, ungedeckten Utopie eingezeichnet, die die Irreversibilität des Faktischen mit dem Schwebenden des Traums kontrastiert.

 

In Modianos Traumszenen zündet der poetische Funke, entbindet sich die der verhangenen Bilderwelt seiner Romane eingesenkte emotionale Kraft. Sie sollen darum auch im Mittelpunkt des hier angekündigten Vortrags stehen.



Do., 28. Januar 2016

Dr. Matthias Dall'Asta

(Heidelberger Akademie der Wissenschaften;

matthias.dallasta@adw.uni-heidelberg.de):

Scholastiker, Schafsköpfe und Schurken.

Satire und Polemik im Judenbücherstreit (1511-1521)

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Vor 500 Jahren erschien eine der populärsten Satiren des deutschen Humanismus: die unter Verschweigen des tatsächlichen Druckortes 1515 und 1517 in zwei Teilen anonym publizierten Epistolae obscurorum virorum, die sogenannten Dunkelmännerbriefe. Den historischen An-knüpfungspunkt und Kontext dieser Sammlung von 110 fingierten lateinischen Briefen bildete eine Auseinandersetzung, in deren Mittel-punkt der Humanist und Rechtsgelehrte Johannes Reuchlin (1455-1522) stand. Strittig war der Umgang mit dem Talmud und anderer jüdischer Literatur; es ging aber auch um den Umfang und die Grenzen kirchlicher Einflussnahme und Zensur.

 

Der Vortrag beleuchtet den ernsten Hintergrund einer Satire, durch deren parodistische Kraft die scholastische Universitätstheologie umfassend und nachhaltig diskreditiert worden ist. Der damals auch in Humanistenkreisen verbreitete Antijudaismus tritt dabei ebenso hervor wie andere Auswüchse der frühneuzeitlichen Streitkultur, bei denen einem das Lachen nicht selten im Halse stecken bleibt.



Do., 21. Januar 2016

Prof. Dr. Burckhard Dücker

(Germanistik, Heidelberg; burckhard.duecker@gs.uni-heidelberg.de):

Modernisierungsprozesse im kulturellen Feld um 1900 und in den Jahren 1945-1950

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Das Wortfeld ›modern‹ gehört sowohl zur Alltagssprache als auch zu verschiedenen Fachsprachen. Was ist jeweils gemeint, wenn im kulturellen Bereich die Diagnose ›modern‹ gestellt oder eine gegenteilige Bilanz wie ›unmodern, veraltet, alt‹ gezogen wird?

 

Soziale und kulturelle Plädoyers für das oder die Moderne werden je nach Interes-senlage der Betroffenen unterstützt oder kritisiert. In der Regel zielen in Texten entworfene Moderne-Konzepte über die Texte hinaus auf ihre Anwendung in ent- sprechender Veränderung gegebener Verhältnisse, d.h. Modernisierung zielt auf die Neugestaltung des Sozialen. Daher sind ›modern, Moderne, Modernisierung‹ als Handlungsbegriffe zu verstehen.

 

Im Vortrag geht es nicht um fachwissenschaftlich begrenzte Moderne-Phänomene, sondern um Erscheinungsformen von Modernisierungsprozessen im kulturellen Feld um 1900 und den unmittelbaren Nachkriegsjahren nach 1945.

 

Anhand dieser Beispiele wird nach Funktionen und Strukturen des Handlungskomplexes ›Moderne‹ gefragt, nach möglichen Unterschieden und Übereinstimmungen in den Ausprägungen von Moderne zwischen den beiden zeitlich verschiedenen Untersuch-ungsphasen. Reflektieren Moderne-Konzepte ihre eigene Modernität, ihren Übergangs-status und ihre nur begrenzte Geltungsdauer mit? Welche Akteure (Subjekte) sind für Moderne-Konzepte auszumachen? Eignet sich ›Moderne‹ als Epochenbegriff?



Do., 14. Januar 2016

Kaneschka Yaqubi und Lucie Landeck

(Medizin, Heidelberg; k.yaqubi@me.com und lucielandeck@yahoo.de):

Lernen und Gedächtnis.

Wie funktioniert das eigentlich?

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Das Gedächtnis – wie funktioniert das eigentlich genau? Und was passiert im Gehirn, wenn wir etwas lernen? Wie kommt es, dass man sich so gut an schöne Momente der Kindheit oder einen erschreckenden Verkehrsunfall erinnert, aber nicht mehr weiß, was man letzte Woche zu Mittag gegessen hat?

 

Im Rahmen dieses Vortrags wollen wir Antworten auf diese Fragen finden und dabei eine grundlegende Einführung in die Neurowissenschaften bieten. Angefangen bei Neuronen, Aktionspotentialen und Co. führt die Reise über Veränderungen an Synapsen bis hin zu komplexen Netzwerken, die in geordnetem Takt oszillieren.

 

Ziel ist es, Interessierten und Laien fundamentale Prinzipien der Arbeitsweise des Gehirns näher zu bringen und so einen Überblick über dieses weite und spannende Forschungsfeld zu liefern.



Do., 7. Januar 2016

Maria Mast

(Germanistik, Heidelberg; maria.mast@gmx.de):

Eine Frage der Kultur?

Linguistische Überlegungen zum Verhältnis von Sprache und Mentalität

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Die Frage nach dem Verhältnis von Sprache und Kultur wird in vielerlei Form gestellt: Unterscheiden sich unsere Gewohnheiten des Denkens und Fühlens, weil sich unsere Sprachen voneinander unterscheiden? Kann Sprache als Indikator für individuelle und kollektive Denkhaltungen angenommen werden? Ist beispielsweise das weihnachtliche Beisammensein im Kreise der Familie in Spanien weniger „gemütlich“, weil der Ausdruck in der anderen Sprache nicht zum sprachlichen Inventar gehört?

 

Um zu prüfen, inwiefern sich die unterschiedlichen Mentalitäten auch im Sprechen über Beruf, Alltag und Arbeitszeit abzeichnen, werden Medientexte und Leserkommentare zum Thema ›Arbeitszeit‹ im deutschen und im spanischen Kulturraum mit korpuslinguistischen Methoden analysiert. Ziel des Vortrags ist es, idiomatische Auffälligkeiten und kulturspezifische Perspektiven sowie Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der sprachlichen Konstituierung, Verknüpfung und Bewertung des Themas ›Arbeitszeit‹ herauszuarbeiten.



Mi., 16. Dezember 2015

Ladislaus Ludescher

(Germanistik, Heidelberg in Kooperation mit der UNICEF-Hochschulgruppe Heidelberg; ladislaus.ludescher@gs.uni-heidelberg.de):

UNICEF-Star Wars-Astronomie-Show.

Von der NASA bis zu Obama. Der soziokulturelle und politische Einfluss von Star Wars und Science-Fiction

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