Archiv SS 2015

In diesem Archiv erhalten Sie Informationen zu bereits gehaltenen Vorträgen im SS 2016 und können diese in digitalisierter Form nachhören oder herunterladen.


Vorträge im Sommersemester 2015


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Do., 16. Juli 2015

Eric Miller

(Germanistik im Kulturvergleich, Heidelberg; eric.miller@stud.uni-heidelberg.de)

Heine in der Bronx.

Deutsche Literarische Denkmäler in den USA, ihre Fundamente und Gesellschaften

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Heine-Denkmal in der Bronx, New York.

Es ist bezeichnend, dass das Urteil über Heinrich Heine, der einen großen Teil seines
Lebens im französischen Exil in Paris verbrachte, auch nach seinem Tod genauso kontrovers diskutiert wurde wie bereits zu seinen Lebzeiten. Der Kampf um die Erinnerung an einen der bekanntesten und umstrittensten Autoren des 19. Jahrhunderts dauerte nach seinen Tod im Jahre 1856 noch viele Dekaden an. Während Pläne für ein Heine-Denkmal in seiner Geburtsstadt Düsseldorf nicht realisiert werden konnten, gelang es, ihm zu Ehren jenseits des Atlantiks in der Bronx (New York City) ein Denkmal zu errichten.

Diese spannende wie bisher wenig bekannte Geschichte soll als Sprungbrett für eine
Beschäftigung mit einer erstaunlich großen Anzahl von Denkmälern, die deutschen Literaten gewidmet und an zahlreichen Orten in den Vereinigten Staaten von Amerika zu finden sind, dienen. Die zum großen Teil bis heute existierenden Monumente stellen nicht nur die steingewordene Erinnerung an zahlreiche bedeutende deutsche Schriftsteller dar, sondern sind auch ein Zeugnis der deutsch-amerikanischen Gesellschaften und der lebendigen Kultur der deutschen Auswanderer im 19. Jahrhundert.



Do., 09. Juli 2015

Ladislaus Ludescher

(Germanistik, Heidelberg; ladislaus.ludescher@gs.uni-heidelberg.de)

Barack Obama.

Vom Superhelden zur Lame Duck?

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Als Barack Obama 2009 sein Amt als erster afroamerikanischer Präsident der Vereinigten Staaten antrat, gehörte er zu den populärsten prominenten Persönlichkeiten in der westlichen Welt. Nach den beiden Amtszeiten seines Vorgängers George W. Bush, die innenpolitisch von einer wirtschaftlichen Rezession und außenpolitisch von zwei Kriegen geprägt waren, verkörperte Obama die Hoffnungen zahlreicher Amerikaner, genauso aber auch vieler Deutscher und Europäer.

 

Der junge charismatische, weitgehend noch unbeschriebene Politiker wurde als afroamerikanischer Kennedy gefeiert, seine Frau Michelle erinnerte zahlreiche Beobachter an die Grazie und die Eleganz von Jackie Kennedy.

 

Doch der mit dem Friedensnobelpreisträger verbundene einstige Glanz und Zauber sowie die Aufbruchsstimmung, die in der Wahlnacht beiderseits des Atlantiks zu spüren waren, verblassten zunehmend in den Augen der Kritiker im Laufe von mittlerweile über sechs Regierungsjahren. Seine Widersacher machen ihm einen desolaten Staatshaushalt, eine sich nur langsam erholende  Wirtschaft und die Nichteinlösung von Wahlversprechen, zu denen die Schließung von Guantanamo Bay gehört, zum Vorwurf. Auch das unter Obama eingeführte Gesundheitssystem hatte viele Kritiker auf den Plan gerufen.

 

In Deutschland sind es in der jüngsten Vergangenheit insbesondere der sog. „NSA-Skandal“ und die Politik gegenüber dem sog. „Whistleblower“ Edward Snowden gewesen, die dem amerikanischen Präsidenten Popularitätspunkte kosteten.

 

Auf informative wie unterhaltsame Weise möchte der multimediale Vortrag an interessanten Beispielen einen Blick auf das sehr breite Spektrum der Wahrnehmung Barack Obamas werfen, das von seiner Stilisierung als Superheld und Messiasfigur auf der einen Seite bis zur kompromisslosen Ablehnung und sogar Diffamierung durch führende Mitglieder der Republikanischen Partei und radikale Anhänger der populistischen Tea Party-Bewegung auf der anderen Seite reicht.

 

Vor diesem Hintergrund soll nicht zuletzt auch die Frage aufgegriffen werden, inwieweit die vorgebrachte Kritik überhaupt berechtigt ist und inwieweit es sich bei den sich gegenüberstehenden Obama-Bildern um mediale oder populistische Konstruktionen handelt.

 

Zu dem Vortrag sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Vorwissen ist nicht erforderlich. Der Eintritt ist frei.

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Barack Obama Vom Superhelden zur Lame Du
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Do., 02. Juli 2015

Prof. Dr. Hiram Kümper

(Historisches Institut, Mannheim; hiram.kuemper@uni-mannhein.de;

http://www.geschichte.uni-mannheim.de/ionas/PhilFak/hi/arbeitsbereiche/spaetmittelalter_und_fruehe_neuzeit/aktuelles/)

Civitas maritinarum oder politisches monstrum?

Die Supranationalität der Hanse als Faszinosum verfassungspolitischer Vorstellungswelten zwischen früher Neuzeit und Gegenwart

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Weder eine Gesellschaft („societas“), noch eine Körperschaft, ein „collegium“ oder eine „universitas“ sei die deutsche Hanse, antworteten 1469 die Lübecker Juristen dem englischen Kronrat, als König Edward IV. versucht, die Hanse als Ganzes für Schiffe, die im Sund aufgebracht worden waren, haftbar zu machen. Vielmehr seien sie nicht mehr als ein festes Bündnis, eine „firma confederatio“, die gemeinsam für den Schutz vor Piraten und Räubern zu Lande und zu Wasser sorge.

 

Zufrieden war der König mit dieser Erklärung ganz und gar nicht. Und damit war er nicht allein. Bis weit in das 18. Jahrhundert hinein rätselten Juristen und Politiker über den eigenartig fluiden Charakter der Hanse. Kein Staat und keine Städtebund, keine Gilde, ja nicht einmal eine Bruderschaft waren die hansischen Städte. Und doch: obwohl kein wirklich greifbares „corpus politicum“ hat die Hanse doch über mehrere Jahrhunderte ziemlich greifbar Politik gemacht: Mit solchen Höhepunkten wie dem Stralsunder Frieden von 1370, in dem sich die Hanseaten ein Mitspracherecht bei der dänischen Königswahl sicherten. 1648 werden die hansischen Städte unter den großen und kleinen europäischen Staaten mit in den Westfälischen Frieden einbezogen.

 

Diesem merkwürdigen Hantieren mit einer „europäischen Supermacht“ (so der Hanseforscher Rolf Hammel-Kiesow), die praktische eine war und theoretisch keine sein durfte, wollen wir im Vortrag gemeinsam näher nachspüren.



Do., 25. Juni 2015

Jasper Linke

(Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung; linke@hiik.de):
Chasing Woozles?

Von der Herausforderung politische Konflikte zu messen

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Forscher der quantitativen Konfliktforschung haben in den letzten zwanzig Jahren die Methoden zur Messung politischer Konflikte stark verfeinert, den Informationsgehalt von Datensätzen multipliziert und dabei den Forschungsgegenstand selbst immer wieder neu definiert.  Das Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung (HIIK) misst als weltweit einzige Forschungseinrichtung politische Konflikte über das gesamte Spektrum der Gewalteskalation hinweg, ist mehrdimensional angelegt und zieht insbesondere qualitative Indikatoren bei der Messung hinzu. Ein Blick auf den aktuellen Stand von Methodik und Empirie lässt erkennen, dass ein detailliertes globales Abbild politischer Konflikte möglich ist, jedoch der sich selbst stetig wandelnde Forschungsgegenstand immer wieder Anlass zur methodischen Diskussion gibt.



Do., 18. Juni 2015

Janine Luth

(Neuphilologische Fakultät, Heidelberg / Institut für Deutsche Sprache, Mannheim; janine.luth@gs.uni-heidelberg.de):

Sprachliche Vielfalt oder Bad Simple English?

Ein Blick auf interne Wissenschaftskommunukation im 21. Jahrhundert

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Unser Wortschatz erweitert sich stetig, schon seit Jahrhunderten auch durch den Einfluss anderer Sprachen. Nicht immer werden Fremdwörter von der Sprechergemeinschaft begeistert aufgenommen, geäußert werden diffuse Ängste vor einer „Anglizismen-Flut“ und einer damit verbundenen Bedrohung der deutschen Sprache. Etwas anders stellen sich die Probleme bei der Wissenschaftskommunikation dar: Hier sorgt man sich um die Stellung des Deutschen als Wissenschaftssprache mit Blick auf die wachsende Zahl an multilateralen Forschungskooperationen. Schafft einzig das Englische als lingua franca die Möglichkeit zum internationalen wissenschaftlichen Gespräch? Oder sollte vielmehr die akademische Mehrsprachigkeit gefördert werden? Der Vortrag lädt zum Gedankenaustausch über diese sprachpolitischen Fragen ein.



Do., 11. Juni 2015

Michael Pleyer

(Anglistik, Heidelberg; michael.pleyer@gmx.de):

Wie fliegende Schweine in den Kopf kommen.

Die Entstehung von Bedeutung in Sprache, Denken und Interaktion

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Wenn wir sprachliche Ausdrücke wie „ein fliegendes Schwein“ hören, haben wir sofort ein Bild im Kopf. Und was noch beeindruckender ist: wie im Fall von fliegenden Schweinen gibt es das, was in unseren Köpfen entsteht, so gar nicht. Sprache ermöglicht es uns also, über alles Mögliche und Unmögliche zu reden.

 

Aber was passiert nun im Kopf, wenn sprachliche Äußerungen uns dazu bringen, an fliegende Schweine zu denken? In diesem Vortrag wird die Sicht der Kognitiven Linguistik und der Kognitionswissenschaften auf diese Frage vorgestellt. Diese Disziplinen untersuchen die kognitiven Grundlagen der Sprache. Sie stellen damit die Frage, auf welchen Arten von Weltwissen, kulturellem Wissen und Hintergrundwissen sprachliche Kommunikation aufbaut.

 

Denn aus kognitiver Sicht sind sprachliche Handlungen nur die Spitze eines riesigen Eisbergs. Unter der sprachlichen Oberfläche finden wir reichhaltige Wissensstrukturen und faszinierende psychologische Prozesse – etwa die Fähigkeit, Muster zu erkennen, Dinge in Kategorien einzuteilen und Zusammenhänge zwischen ihnen herzustellen, oder die Fähigkeit, uns in andere Menschen hineinzuversetzen.

 

Der Vortrag wird einen Einblick in diese Prozesse geben und somit zeigen, wie mit Hilfe eines kognitiven Eisbergs fliegende Schweine ‚in den Kopf kommen‘.



Do., 28. Mai 2015

Simone Burel

(Linguistische Unternehmenskommunikation in Kooperation mit
Geisteswissenschaftler in der Gesellschaft [Universität Heidelberg] /
Head of Communication bei Habona Invest [Asset Management], Frankfurt a. M.; Simone.Burel@gmx.de):

Corporate Social Kauderwelsch.

Mediale Selbstdarstellungen in der Wirtschaft

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Der Vortrag ist innerhalb der Wirtschaftslinguistik zu verorten und vertritt die Kernthese, dass Unternehmen nicht nur mit Rohstoffen oder Dienstleistungen handeln, sondern durch ihren Sprachgebrauch systematisch Fakten/nicht-physische Sachverhalte wie IDENTITÄT als Teil ihrer Gegenstandswelt konstruieren.

 

Die Suche nach Selbstverortung ist in der westlichen Industriegesellschaft ein brisantes Thema – so wird ›Unternehmensidentität‹ oder engl. Corporate Identity vor allem im Rahmen von Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowie in semi-linguistischen Ratgebern behandelt, ihre performativ-sprachlichen und semiotischen Implikationen werden jedoch verkannt.



Do., 21. Mai 2015

Monika Pleyer

(Anglistik, Heidelberg; Monika.Pleyer@gmx.de):

Potter stinkt!“.

Zur Konzeption sprachlicher Unhöflichkeit in J.K. Rowlings Harry Potter-Romanen

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Im Vortrag „Potter stinkt!“ wird sprachliche Unhöflichkeit in J.K. Rowlings Harry Potter-Serie auf unterhaltsame und informative Weise beleuchtet.

Auf einer Reise durch das erste Schuljahr und die Welt von Harry Potter erfahren die Zuhörenden, warum ‚Schlammblut‘ ein Schimpfwort ist und was dies über die magische Gesellschaft aussagt, warum „Potter stinkt!“ nicht nur Potter beleidigt und wann eine Beleidigung die Freundschaft stärken kann.

An beispielhaften Gesprächen zwischen Harry Potter und seinen zwei Erzfeinden Prof. Severus Snape und Draco Malfoy wird das Handwerkszeug präsentiert, mit dem sich unhöfliche Gespräche sprachwissenschaftlich beschreiben lassen.



Do., 07. Mai 2015

Ladislaus Ludescher

(Germanistik, Heidelberg in Kooperation mit der UNICEF-Hochschulgruppe, Heidelberg; ladislaus.ludescher@gs.uni-heidelberg.de):

UNICEF-Astronomie-Präsentation

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Von den ersten Menschen, die staunend in den Nachthimmel blickten und sich bei Lagerfeuern Geschichten erzählten, über Stephen Hawkings (geb. 1942) über 10 Mio. Mal verkauftes Buch Eine kurze Geschichte der Zeit (1988) bis hin zu George Lucas’ (geb. 1944) Weltraumepos Star Wars (1977-2005) und Christopher Nolans (geb. 1970) als künstlerisches Meisterwerk gefeierten Science-Fiction-Film Interstellar (2014): Der Weltraum war stets eine Imaginationsfläche und -plattform, die seit jeher die Kreativität und Vorstellungskraft von Künstlern beflügelte und Philosophen mit den größten und elementarsten Fragen der Menschheit konfrontierte. Dabei haben die Geheimnisse des Universums, seine möglicherweise bis zur Unendlichkeit reichende Größe und vor allem seine einzigartige Ästhetik und inspirierende Schönheit unzählige Menschen, die selbst einmal in den Nachthimmel blickten, fasziniert und zu Gedanken über sich selbst und ihre Stellung im Kosmos angeregt.

Die UNICEF-Astronomie-Show möchte vor dem Hintergrund beeindruckender Bilder und Animationen sowie modernster naturwissenschaftlicher Erkenntnisse einen Einblick in die faszinierende Welt unseres Universums geben. Die audiovisuelle Reise führt den Zuschauer und -hörer u.a. vom Urknall, über Sternentstehungen und Schwarze Löcher bis an die Grenzen unseres sichtbaren Universums und wirft dabei auch einen Blick auf den von uns bewohnten Planeten Erde.

Die multimediale Präsentation richtet sich ausdrücklich an alle Interessierten jeder Berufs- und Altersgruppe. Vorwissen ist nicht erforderlich. Der Eintritt ist frei.

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Artikel in der Heidelberger Studentenzeitung „Ruprecht“. Nr. 155. Mai 2015, S. 13.

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Do., 23. April 2015

Ladislaus Ludescher

(Germanistik, Heidelberg; ladislaus.ludescher@gs.uni-heidelberg.de):

Amerikanische Gründerväter oder „Nationalheilige“?

Zur Rezeption George Washingtons und Benjamin Franklins in der Memorialkultur

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John James Barralet: The Apotheosis of Washington. Ca. 1802.

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